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Konfiguration von LILO PDF Drucken E-Mail

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Inhalt
    1.
Kleines Vorwort
    2. Beispielkonfiguration
    3. Wie kann man LILO konfigurieren?
    4. Wie sieht das in der lilo.conf aus?
        4.1. Globale Option-Sektion
        4.2. Image-Sektion
        4.3. Other-Sektion

1. Kleines Vorwort

Was ist LILO und was soll ich damit, werden sich jetzt die meisten fragen. LILO ist ein Bootloader. Er kann auf einen Computer mehrere Betriebssysteme starten. So kann man z.B. auch Windows und Linux auf einem Computer haben. LILO wird meistens während der Installation konfiguriert und funktioniert dann auch in den meisten Fällen richtig. Aber es wird die Zeit kommen, in der man sich einen eigenen Kernel backen will, und diesen auch booten will. Willkommen bei der Konfiguration von LILO!

2. Beispielkonfiguration


lba32
boot=/dev/hda
root=/dev/hda6
install=/boot/boot.b
password=********
message=/boot/bootmess.txt
prompt
timeout=100
append = "hdc=ide-scsi hdd=ide-scsi"
default=Defiant

image=/boot/vmlinuz-2.2.18pre21
        label=LinuxOLD
        read-only
        append = "mem=256M"

image=/boot/vmlinuz-2.4.6
        label=Defiant
        read-only
        append = "mem=256M"

image=/boot/vmlinuz-test
        label=TEST
        read-only
        append = "mem=256M"

other=/dev/hda1
        label=win

3. Wie kann man LILO konfigurieren?

Zu dem Paket LILO gehört nicht nur der eigentliche Loader (die Applikation), sondern auch die Datei, in der LILO konfiguriert wird. In dieser Datei kann man bis zu 16 unterschiedliche Betriebssysteme mit unterschiedlichen Konfigurationen eintragen. Aber meistens werden nicht mehr als zwei bis vier gebraucht. Diese Datei ist /etc/lilo.conf.

Es gibt auch noch ein kleines Tool speziell für LILO, mit dem man sich durch einzelne Menüpunkte seine lilo.conf erstellen lassen kann. Dieses Tool trägt den Namen /sbin/liloconfig. Es muss aber nicht immer vorhanden sein. Heutzutage ist es eher modern, solche Tools in ein grosses Administrationstool a la YaST von SuSE, Linuxconf von Red Hat oder DrakeConf von Linux Mandrake zu integrieren. Für Anfänger ein unschätzbarer Vorteil, und Fortgeschrittene benutzen sowieso nur noch einen Editor, um solche Dateien zu bearbeiten.

Die Syntax der lilo.conf kann man grob in drei grundlegende Elemente aufteilen:

  • Globale Option-Sektion (allgemeiner Abschnitt, kann nur einen geben)
  • Image-Sektion (Abschnitt für Linux-Kernel-Images)
  • Other-Sektion (Abschnitt für andere Betriebssysteme)

Die letzten beiden Abschnitte sind eigentlich die gleichen, oder werden von LILO so behandelt. Diese Aufteilung dient nur der besseren Unterscheidung. In einigen Config-Files von LILO werden durch Kommentarzeichen ("#") hilfreiche Tips zu den einzelnen Anweisungen gegeben. In einer Zeile kann nur eine Anweisung stehen.

4. Wie sieht das in der lilo.conf aus?

Um nur eine kleine Übersicht in den Themenbereich zu bringen, werde ich in den folgenden Abschnitten die drei Sektionen der lilo.conf und ihre einzelnen Befehle erläutern. Angefangen mit der globalen Options-Sektion, dann die Image-Sektion und zum Schluß die Other-Sektion. Die Anordnung wird sich in etwa so gliedern, wie auch eine lilo.conf aufgebaut ist.

4.1. Globale Option-Sektion

lba32
Mit dieser Anweisung kann man das 1024-Zylinder-Problem von LILO umgehen und sein Linux auch dahinter installieren.

boot=/dev/...
Diese Gerätedatei gibt an, von wo aus LILO gestartet werden soll. Wenn es von Diskette ist, steht /dev/fd0 da, von einer bestimmten Platte oder Partition /dev/hda1 oder /dev/sda1. Soll es vom MBR (Master Boot Record) aus ins Leben gerufen werden, steht /dev/hda oder /dev/sda in dieser Zeile.

compact
Hierdurch soll der Bootvorgang des Kernels beschleunigt werden. Diese Einstellung ist aber nur ratsam, wenn man von Diskette bootet. Von der Festplatte aus wäre der Geschwindigkeitsvorteil kaum merkbar und die Möglichkeit eines Hardware- oder ähnlichen Fehlers steht nicht im geringsten im Verhältnis, daß man sagen könnte, daß es sich lohnt.

delay=...
Diese Anweisung sagt LILO, wann es einfach mit dem Standard losbooten soll, sofern keine andere Eingabe bestätigt wurde. Diese Anweisung kann nicht zusammen mit prompt in die lilo.conf eingetragen werden. Aber mehr dazu weiter unten.

backup=...
Statt den drei Punkten wird hier der Name der angelegten Datei angegeben. Der alte Bootsektor (z.B. der MBR) wird dann gespeichert. Die Namensgebung ist hier egal. Wenn kein Pfad angegeben wurde, so wird es ins Verzeichnis /boot gespeichert. Wichtig ist noch, daß die gespeicherte Datei nicht überschrieben wird. Sie müssen also die Datei löschen oder sie umbenennen, wenn Sie ein aktuelleres Backup haben wollen.

install=...
Hier wird der Bootsektor angegeben. LILO braucht das, um überhaupt wissen zu können, mit was es gerade was und wo zu tun hat. Ich habe im Anschluß eine kleine Tabelle mit Beschreibung dieser Dateien, nur um mal zu wissen, um was es sich da handelt.

DateiBeschreibung/Bedeutung
boot.bDer Bootsektor, der bei den meisten PCs vorkommt
chain.bDer Bootsektor einer angewählten Partition
any_b.bBootsektor für Rechner, die von Laufwerk B: booten (zweites Diskettenlaufwerk)
any_d.bEin Bootsektor, der auf der zweiten Festplatte liegt
os2_d.bIst der Bootsektor für OS/2 Systeme

linear
Einige wenige Platten, mit denen Linux nicht anders zurecht kommt, brauchen diese Option. Dabei berechnet sich LILO nach einem logischem Schema die Position des Kernel auf der Festplatte, nicht wie üblich durch die Kopf-Zylinder Angaben.

password=...
Hier kommt im LILO-Prompt eine zusätzliche Passwort-Abfrage. Statt den drei Punkten ist das Passwort einzugeben.

message=...
In dieser Anweisung können Sie eine Textdatei angeben, die LILO bei Ihrem LILO-Prompt anzeigt. Sie steht oberhalb des Eingabefeldes. Bei unserer Beispielkonfiguration heisst die Datei /boot/bootmess.txt und in ihr könnte z.B. folgendes drinstehen:


Welcome to the New Linux System
If you want you can boot a GNU/Linux System. Press [ENTER]

vga=...
Hier steht normalerweise "normal" dahinter. Das sind 80 Zeichen auf 25 Zeilen, die Konsole, wie sie jeder kennt. Hier können aber auch Zahlen von 1-9 stehen. Wie Sie herausfinden, welche ihnen am besten gefällt: Geben sie einfach mal "ask" ein und booten Sie neu. Sie haben jetzt ein Auswahlmenü, in dem Sie eine Konsolenauflösung auswählen können. Probieren Sie es aus und geben dann diesen Wert statt dem "ask" und siehe da, Ihre Konsole hat eine andere Auflösung.

prompt
Mit dieser Einstellungs-Möglichkeit erscheint der LILO-Prompt beim Booten auf dem Bildschirm. Der sieht dann wie folgt aus: LILO:. Diese Anweisung funktioniert aber nicht mit der delay-Anweisung (siehe weiter oben). Wenn Sie aber trotzdem automatisch weiter booten wollen, gibt es die Anweisung timeout (siehe nächster Punkt).

timeout=...
Hier gibt man wie bei "delay" die Anzahl der Zehntelsekunden an, bevor der erste Eintrag aus der lilo.conf gebootet wird. Diese Anweisung kann mit der prompt-Anweisung gekoppelt werden. Wer will denn schon ewig warten, bis sein Linux gebootet wird?

4.2. Image-Sektion

image=...
Ist der wohl mitunter wichtigste Eintrag in der lilo.conf, weil man dort sein Kernel-Image einträgt. Viele Distributionen nennen ihre Standard-Kernel "vmlinuz". Aber gleichgültig, wie Sie oder Ihr Distributor die Kernel-Images nennen, muss hier der Pfad und Name des Kernels rein.

label=...
Hier kann man einen Namen seiner Wahl eintragen, mit dem man sein Linux booten will. Dieser Name wird auch im LILO-Prompt angezeigt, wenn man die [TAB]-Taste drückt. Der Name darf aber maximal 15 Zeichen lang sein und keine Sonderzeichen enthalten. Der Name ist ansonsten beliebig und hat nichts mit dem Image-Namen zu tun. Sie können ihren Kernel vmlinuz benennen und das Label dann auf Linux setzen. Allerdings müssen Sie zum Booten des vmlinuz-Kernels dann auch im LILO-Prompt "Linux" eingeben und nicht vmlinuz. Die Gross- und Kleinschreibung ist im LILO-Prompt egal.

append=...
Hier werden Kernel-Argumente angegeben, z.B. bei der SCSI-Emulation, da sonst der Kernel nicht immer etwas mit der Hardware (z.B. IDE-Brenner) anfangen kann. Mit den Parametern können Sie dann schließlich auch mit einem IDE-Brenner CDs brennen. Beispiele dazu sind auch in der Beispielkonfiguration gegeben. Mit append = "hdc=ide-scsi hdd=ide-scsi" wird die SCSI-Emulation vervollständigt. Und mit append = "mem=256M" wird angegeben, daß das System 256 MByte RAM zu Verfügung hat. Ausführliche Tips und Artikel finden Sie auf Pro-Linux:

read-only
Dieser Eintrag bewirkt, daß das root-Verzeichnis (/) nur im "read only"-Modus eingehängt wird. So beugt man eventuellen Unregelmäßigkeiten beim Booten vor.

alias=...
Wenn man nicht immer sein Label im Prompt eingeben will, kann man den einzelnen Images Aliase zuordnen. Sie werden meistens mit 1 bis ... geschrieben. So muß man in LILO-Prompt nur noch die Zahl des entsprechenden Betriebssystems eingeben und schon wird es gebootet.

root=...
Hier wird die Gerätedatei eingetragen, in der das Root-Dateisystem liegt.

4.3. Other-Sektion

label=...
Hat die gleiche Bedeutung wie unter der "Image-Sektion".

other=...
Hier wird wie beim oben genannten "image=..." die Gerätedatei angegeben, von welcher gebootet werden soll (Festplatte oder Partition).

 
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