Menu Content/Inhalt
Home arrow Tipps und Tricks arrow Netzwerk arrow Konfiguration eines Dial-In-Servers für Handys

Login






Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren
Konfiguration eines Dial-In-Servers für Handys PDF Drucken E-Mail

Von Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

1. Vorwort

Dieser Artikel beschreibt, wie ein Linux-Rechner mit ISDN Karte als Dial-In-Server für Handys verwendet werden kann. Um den Dial-In-Server aufzusetzen, werden die ISDN-Tools und der PPP-Daemon (Point to Point Protocol Daemon) benötigt.

Folgende Schritte sind notwendig:

  • Konfiguration von ISDN
  • Konfiguration von PPP
  • Konfiguration des Handys
  • Konfiguration des Clients mit Handy als Modem

2. Konfiguration von ISDN

Zur Konfiguration von ISDN wird das Tool »isdnctrl« verwendet. Zunächst muss damit ein neues Interface hinzugefügt und konfiguriert werden. Das folgende Skript konfiguriert das ISDN-Interface ippp0 und fügt ippp0 als Netzwerk-Device hinzu.


INTERFACE=ippp0       # Interface
MSN=16                # eigene Nummer
LOCAL=192.168.99.1    # eigene IP
REMOTE=192.168.99.2   # IP der Gegenstelle

isdnctrl addif $INTERFACE
isdnctrl ihup $INTERFACE off
isdnctrl eaz $INTERFACE $MSN
isdnctrl l2_prot $INTERFACE hdlc
isdnctrl pppbind $INTERFACE 0
isdnctrl encap $INTERFACE syncppp
isdnctrl huptimeout $INTERFACE 300
ifconfig $INTERFACE $LOCAL up
ifconfig $INTERFACE dstaddr $REMOTE

Die Konfiguration kann mit isdnctrl list ippp0 und ifconfig ippp0 überprüft werden.


informatix:~ # isdnctrl list ippp0

Current setup of interface 'ippp0':

EAZ/MSN:                16
Phone number(s):
Outgoing:
Incoming:
Dial mode:              manual
Secure:                 off
Callback:               off
Reject before Callback: on
Callback-delay:         5
Dialmax:                1
Hangup-Timeout:         300
Incoming-Hangup:        off
ChargeHangup:           off
Charge-Units:           0
Charge-Interval:        0
Layer-2-Protocol:       hdlc
Layer-3-Protocol:       trans
Encapsulation:          syncppp
Slave Interface:        None
Slave delay:            10
Master Interface:       None
Pre-Bound to:           Nothing
PPP-Bound to:           0

informatix:~ # ifconfig ippp0
ippp0     Link encap:Point-to-Point Protocol
inet addr:192.168.99.1  P-t-P:192.168.99.2  Mask:255.255.255.255
UP POINTOPOINT RUNNING NOARP  MTU:1500  Metric:1
RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:30
RX bytes:0 (0.0 b)  TX bytes:0 (0.0 b)

3. Konfiguration von PPP

Der PPP-Daemon muss so konfiguriert werden, dass er eine Verbindung von einem entfernten Partner akzeptiert. Dazu müssen die Dateien /etc/ppp/options.ttyI0 und /etc/ppp/pap-secrets angepasst werden.

Datei /etc/ppp/options.ttyI0:


# pppd soll ein lock file für das serielle device erzeugen
lock

# Chat-Skript zur Initialisierung des Modems
connect '/usr/sbin/chat -v -t 1 "" "AT&F" "OK" "AT&E16&B1024&R9600S19=197S0=1" "OK"'

# Verbindung wird nach 300 Sekunden ohne Aktivität beendet
idle 300

# Wenn eine Verbindung beendet wurde, wird versucht, eine neue zu öffnen
persist

# ppp daemon versucht eine Verbindung zu öffnen, wenn das nicht klappt,
# wartet ppp daemon auf eine eingehende Verbindung
passive

# Hardware-Flusskontrolle
crtscts

# Modem Kontroll-Leitungen verwenden
modem

# Eigene und entfernte IP
192.168.1.1:192.168.1.2

# Route wird nicht geändert
nodefaultroute

# Durch diese Funktion erscheint der Anrufer so den anderen Teilnehmern
# im lokalen Netz so, als wäre er selbst im lokalen Netz
proxyarp

# Kompression deaktivieren
noccp
noipx

# Client muss sich mit dem Password Authentication Protocol authentifizieren
auth
require-pap

# Setzt den Namen des Clients auf dialin_server_user
remotename dialin_server_user

Die IPs sollten sich von denen der ISDN-Karte unterscheiden, denn ansonsten gibt es zwei gleiche Routen, einmal über ippp0 und einmal über ppp0 und das kann zu Problemen führen, z.B. ist dann der Client nicht erreichbar.

In der Datei /etc/ppp/pap-secrets muss ein Eintrag mit einem Benutzernamen und Paßwort hinzugefügt werden.

Datei /etc/ppp/pap-secrets:


# <name_des_clients> <name_des_servers> <passwort> <ip>
"dialin_server_user"  *                 "password" 192.168.1.2

Die IP in dieser Zeile gibt an, welche IP der Client benutzen darf. Soll das System-Passwort des Benutzers verwendet werden, dann muss in /etc/ppp/options.ttyI0 die Option »login« definiert werden, und als Passwort in /etc/ppp/pap-secrets muss ein leerer String benutzt werden (»"dialin_server_user" * "" 192.168.1.2«).

Nach der Konfiguration muss noch der PPP-Daemon gestartet werden.

Wichtig: Kein IPPP-Daemon darf für das ISDN-Interface ippp0 aktiv sein. Ist ein IPPP-Daemon auf einem anderen ISDN-Interface aktiv, so darf das andere Interface nicht die gleiche MSN wie ippp0 erhalten. Der PPP-Daemon kann mit folgendem Kommando gestartet werden:


informatix:~ # /usr/sbin/pppd /dev/ttyI0 nodetach -d
Perms of /dev/ttyI0 are ok, no 'mesg n' neccesary.
Serial connection established.
using channel 22
Using interface ppp0
Connect: ppp0 <--> /dev/ttyI0
sent [LCP ConfReq id=0x1 <asyncmap 0x0> <auth pap> <magic 0x4600cf0>
<pcomp> <accomp>]
...

Jetzt ist das ISDN-Interface konfiguriert und der PPP-Daemon läuft. Bei einem Anruf wird das ISDN-Interface den Anruf an den PPP-Daemon weiterleiten, dieser überprüft dann den Benutzernamen und das Passwort und stellt eine Verbindung zum Client her.

4. Konfiguration des Handys als Client

Dieser Abschnitt beschreibt die Konfiguration des Handys, das sich am Rechner einwählt, um diesen z.B. als WAP-Gateway zu verwenden. Die Konfiguration wird anhand des Siemens SL45i Handys beschrieben.

Am Handy muss ein neues Internet-Profil angelegt werden. Der Profilname kann frei gewählt werden, als IP-Adresse und Port werden die Adresse und der Port des WAP-Gateways verwendet, also z.B. IP 192.168.1.1 und Port 9201. Die Startseite kann beliebig gewählt werden. Jetzt muss noch ein neuer Dial-In Access erstellt werden. Als Nummer wird die Nummer des soeben konfigurierten ISDN Interfaces angegeben (natürlich mit Vorwahl ;-), Verbindungstyp ist ISDN, Benutzer und Passwort muss entsprechend eingegeben werden, je nachdem, was in /etc/ppp/pap-secrets angegeben wurde. Das war's auch schon.

5. Konfiguration des Clients mit Handy als Modem

Das Handy kann beispielsweise auch als Modem für einen Laptop verwendet werden. Dazu muss auf dem Client wiederum der PPP-Daemon konfiguriert werden, der sich auf dem Server einwählen soll. Dazu habe ich hier die Dateien /etc/ppp/peers/dialin_server mit der PPPD-Konfiguration und /etc/ppp/chat/dialin_server mit dem Chat-Skript angelegt.

Datei /etc/ppp/peers/dialin_server:


# Serielles Device /dev/ttySA1 mit 19200 Baud und Hardware-Flusskontrolle verwenden
ttySA1 19200 crtscts

# Chat-Skript für Verbindungsaufbau
connect '/usr/sbin/chat -v -f /etc/ppp/chat/dialin_server'

# Default Route setzen
defaultroute

# Benutzername
user dialin_server_user

# DNS des Servers verwenden
usepeerdns

# Proxy ARP aktivieren
proxyarp

Hinweis: Normalerweise heißen die seriellen Devices /dev/ttyS0, /dev/ttyS1 usw., aber auf einem StrongARM ist eben alles ein wenig anders.

Datei /etc/ppp/chat/dialin_server:


ABORT "NO CARRIER"
ABORT "NO DIALTONE"
ABORT "ERROR"
ABORT "NO ANSWER"
ABORT "BUSY"
TIMEOUT 90
REPORT CARRIER
"" ATZ
OK "ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2"
OK "AT&FX4+CBST=71,0,1"
OK "ATDT<nummer>"
"~"

In der Zeile OK "ATDT<nummer>" muss <nummer> durch die Telefonnummer des Servers ersetzt werden. Wichtig in dieser Datei ist der Eintrag OK "AT&FX4+CBST=71,0,1" zur Initialisierung des Modems. Ohne diesen Eintrag erkannte die ISDN-Karte bzw. der ISDN-Treiber des Servers den Anruf nicht als Daten-Anruf und wies ihn deshalb ab. Es konnte also keine Verbindung aufgebaut werden.

Nach der Konfiguration des pppd kann dieser mit pppd call dialin_server -detach dazu veranlasst werden, eine Verbindung aufzubauen.

6. Bemerkungen

Je nachdem, was man mit dem Dial-In Server vor hat, muss vielleicht das Routing angepasst werden oder IP-Forwarding muss aktiviert werden. Eventuell ist es auch nötig, für das verwendete Modem andere Init-Strings zu verwenden.

Normalerweise bringt eine Linux-Distribution eigene Tools mit, um die ISDN-Karte zu konfigurieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass syncppp für das Interface verwendet wird. Eventuell muss man einige Konfigurations-Dateien von Hand ändern, damit der ipppd nicht für das Interface gestartet wird, das für den Dial-In Server verwendet wird. Es wäre auch sinnvoll, das ISDN Interface so zu konfigurieren, dass nur bestimmte Nummern akzeptiert und somit andere Anrufer abgelehnt werden. Mehr darüber erfährt man mit man isdnctrl.

Neben der hier vorgestellten Lösung gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, einen Dial-In Server aufzusetzen, beispielsweise mit Hilfe von mgetty.

7. Links

 
< Zurück   Weiter >

Scroll-news

Mailingliste:
http://mlists.in-berlin.de/mailman/listinfo/lieo-mlists.in-berlin.de 

 

Das Forum ist online gegangen

 


Who's Online

Aktuell 17 Gäste online

Google AdSense