| Konfiguration eines Dial-In-Servers für Handys |
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Dieser Artikel beschreibt, wie ein Linux-Rechner mit ISDN Karte als Dial-In-Server für Handys verwendet werden kann. Um den Dial-In-Server aufzusetzen, werden die ISDN-Tools und der PPP-Daemon (Point to Point Protocol Daemon) benötigt. Folgende Schritte sind notwendig:
Zur Konfiguration von ISDN wird das Tool »isdnctrl« verwendet. Zunächst muss damit ein neues Interface hinzugefügt und konfiguriert werden. Das folgende Skript konfiguriert das ISDN-Interface ippp0 und fügt ippp0 als Netzwerk-Device hinzu.
Die Konfiguration kann mit isdnctrl list ippp0 und ifconfig ippp0 überprüft werden.
Der PPP-Daemon muss so konfiguriert werden, dass er eine Verbindung von einem entfernten Partner akzeptiert. Dazu müssen die Dateien /etc/ppp/options.ttyI0 und /etc/ppp/pap-secrets angepasst werden. Datei /etc/ppp/options.ttyI0:
Die IPs sollten sich von denen der ISDN-Karte unterscheiden, denn ansonsten gibt es zwei gleiche Routen, einmal über ippp0 und einmal über ppp0 und das kann zu Problemen führen, z.B. ist dann der Client nicht erreichbar. In der Datei /etc/ppp/pap-secrets muss ein Eintrag mit einem Benutzernamen und Paßwort hinzugefügt werden. Datei /etc/ppp/pap-secrets:
Die IP in dieser Zeile gibt an, welche IP der Client benutzen darf. Soll das System-Passwort des Benutzers verwendet werden, dann muss in /etc/ppp/options.ttyI0 die Option »login« definiert werden, und als Passwort in /etc/ppp/pap-secrets muss ein leerer String benutzt werden (»"dialin_server_user" * "" 192.168.1.2«). Nach der Konfiguration muss noch der PPP-Daemon gestartet werden. Wichtig: Kein IPPP-Daemon darf für das ISDN-Interface ippp0 aktiv sein. Ist ein IPPP-Daemon auf einem anderen ISDN-Interface aktiv, so darf das andere Interface nicht die gleiche MSN wie ippp0 erhalten. Der PPP-Daemon kann mit folgendem Kommando gestartet werden:
Jetzt ist das ISDN-Interface konfiguriert und der PPP-Daemon läuft. Bei einem Anruf wird das ISDN-Interface den Anruf an den PPP-Daemon weiterleiten, dieser überprüft dann den Benutzernamen und das Passwort und stellt eine Verbindung zum Client her. 4. Konfiguration des Handys als Client Dieser Abschnitt beschreibt die Konfiguration des Handys, das sich am Rechner einwählt, um diesen z.B. als WAP-Gateway zu verwenden. Die Konfiguration wird anhand des Siemens SL45i Handys beschrieben. Am Handy muss ein neues Internet-Profil angelegt werden. Der Profilname kann frei gewählt werden, als IP-Adresse und Port werden die Adresse und der Port des WAP-Gateways verwendet, also z.B. IP 192.168.1.1 und Port 9201. Die Startseite kann beliebig gewählt werden. Jetzt muss noch ein neuer Dial-In Access erstellt werden. Als Nummer wird die Nummer des soeben konfigurierten ISDN Interfaces angegeben (natürlich mit Vorwahl ;-), Verbindungstyp ist ISDN, Benutzer und Passwort muss entsprechend eingegeben werden, je nachdem, was in /etc/ppp/pap-secrets angegeben wurde. Das war's auch schon. 5. Konfiguration des Clients mit Handy als Modem Das Handy kann beispielsweise auch als Modem für einen Laptop verwendet werden. Dazu muss auf dem Client wiederum der PPP-Daemon konfiguriert werden, der sich auf dem Server einwählen soll. Dazu habe ich hier die Dateien /etc/ppp/peers/dialin_server mit der PPPD-Konfiguration und /etc/ppp/chat/dialin_server mit dem Chat-Skript angelegt. Datei /etc/ppp/peers/dialin_server:
Hinweis: Normalerweise heißen die seriellen Devices /dev/ttyS0, /dev/ttyS1 usw., aber auf einem StrongARM ist eben alles ein wenig anders. Datei /etc/ppp/chat/dialin_server:
In der Zeile OK "ATDT<nummer>" muss <nummer> durch die Telefonnummer des Servers ersetzt werden. Wichtig in dieser Datei ist der Eintrag OK "AT&FX4+CBST=71,0,1" zur Initialisierung des Modems. Ohne diesen Eintrag erkannte die ISDN-Karte bzw. der ISDN-Treiber des Servers den Anruf nicht als Daten-Anruf und wies ihn deshalb ab. Es konnte also keine Verbindung aufgebaut werden. Nach der Konfiguration des pppd kann dieser mit pppd call dialin_server -detach dazu veranlasst werden, eine Verbindung aufzubauen. Je nachdem, was man mit dem Dial-In Server vor hat, muss vielleicht das Routing angepasst werden oder IP-Forwarding muss aktiviert werden. Eventuell ist es auch nötig, für das verwendete Modem andere Init-Strings zu verwenden. Normalerweise bringt eine Linux-Distribution eigene Tools mit, um die ISDN-Karte zu konfigurieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass syncppp für das Interface verwendet wird. Eventuell muss man einige Konfigurations-Dateien von Hand ändern, damit der ipppd nicht für das Interface gestartet wird, das für den Dial-In Server verwendet wird. Es wäre auch sinnvoll, das ISDN Interface so zu konfigurieren, dass nur bestimmte Nummern akzeptiert und somit andere Anrufer abgelehnt werden. Mehr darüber erfährt man mit man isdnctrl. Neben der hier vorgestellten Lösung gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, einen Dial-In Server aufzusetzen, beispielsweise mit Hilfe von mgetty.
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